Muttersau und Ferkel

Eine Quelle an ungesättigten Fettsäuren dank Leinsamen verbessert die Qualität des Kolostrums. Bei der Geburt hat ein Ferkel 10 bis 12 Mal tiefere Energiereserven als ein neugeborenes Kind. Das erklärt auch, warum die Ferkel so stark auf eine möglichst frühe Aufnahme von Kolostralmilch angewiesen sind. Diese erste Milch ist für das Ferkel eine wichtige Energiequelle zur Erhaltung der Körpertemperatur. Ein gutes, reichhaltiges Kolostrum führt zu einer besseren Ernährung und hält das Ferkel warm. Die Zusammensetzung der Kolostralmilch hängt stark von der Ernährung der Sau ab. Ferkel saugen altersbedingt konstant die gleiche Menge Milch. Daher ist es sehr wichtig den Fettgehalt des Kolostrums zu erhöhen, um dem Ferkel mehr Energie zuzuführen.

Der Gehalt des extrudierten Leines an Alpha-Linolensäure verbessert den Gesamtzustand der Sauen. Zusätzlich beschleunigen die im Lein enthaltenen Schleimstoffe die Darmpassage. Da der extrudierte Lein sehr schmackhaft ist, wird das Konzentrat erst noch gerne gefressen. Die Versuchsergebnisse zeigen, dass das Absetzgewicht um mehr als 6% ansteigt, d.h. 490 g mehr beim Absetzen mit 28 Tagen und 400 g mit 21 Tagen.

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Mastschwein

Omega-3- oder n-3-Fettsäuren haben vielfältige und bedeutende Funktionen im Organismus und es werden ihnen verschiedene vorteilhafte Wirkungen für die Gesundheit zugeschrieben.

Aus der Sicht der Ernährung

In aktuellen Ernährungsrichtlinien wird daher eine höhere Aufnahme empfohlen. Da bei der so genannten westlichen Ernährungsweise n-6 Fettsäuren in weit höherem Umfang als n-3 Fettsäuren aufgenommen werden und diese teilweise kompetitiv zu den n-3 Fettsäuren wirken, wird gleichzeitig ein Verhältnis von n-6 zu n-3-Fettsäuren in der Diät von max. 5 empfohlen. Eine Erhöhung des Anteils an n-3 Fettsäuren in Lebensmitteln ist daher aus ernährungsphysiologischer Sicht wünschenswert und kann im Fall von Lebensmitteln tierischer Herkunft durch Einsatz von Leinsamen in der Fütterung erreicht werden. Daraus ergibt sich eine vielversprechende Ausgangslage für eine breitere Umsetzung des Konzeptes, den gesundheitlichen Wert von Schweinefleisch und daraus hergestellten Produkten durch Einsatz von extrudierten Leinsamen zu verbessern.

Schweinefleischqualität

Hinsichtlich des diätetischen Wertes von Schweinefleisch und daraus hergestellten Produkten wurde klar, dass eine deutliche Verbesserung des n-6/n-3 Verhältnisses zu erreichen war. In Fleisch, Fett und sämtlichen untersuchten Produkten der Tradilin® Reihe lag diese Verhältnis deutlich unter 5. Derartig produzierte Produkte tragen also zu einer Verbesserung des n-6/n-3 Verhältnis in der Gesamtdiät bei. Durch den Einsatz von extrudierten Leinsamen in der Schweinefütterung ist es auch möglich, die Versorgung mit n-3 PUFA, insbesondere auch mit EPA, durch eine Anreicherung in Fleisch und Fleischprodukten ohne eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten zu verbessern. Bei einem üblichen Konsum wird aber weiterhin nur ein Teil der (teilweise recht hoch angesetzten) empfohlenen tägliche Aufnahme an EPA und insbesondere DHA über Fleisch zu decken sein.

Eine erfolgreiche Herstellung und Vermarktung von Fleischprodukten mit verbessertem n-6/n-3 Verhältnis wäre dem schlechten Image der tierischen Fette sicherlich nicht abträglich.

Martin Scheeder, ETH Zürich