Fette zählen neben Eiweiss und Kohlenhydraten zu den drei Grundbausteinen unserer Ernährung. Wir brauchen sie für etliche Körper- und Zellfunktionen, unter anderem als Energielieferant für das Gehirn, als Träger der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K und als Polster, um lebenswichtige Organe zu schützen. Die Ernährungsgesellschaften empfehlen, etwa 30 Prozent des Energiebedarfs mit Fett zu decken. Das bedeutet, dass man bei Normal- oder Idealgewicht  pro Tag ein Gramm Fett pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen kann.

Für eine ausgewogene, gesunde Ernährung ist aber sowohl die Menge als auch die Art des Fettes entscheidend. Übergewicht und Fettleibigkeit, insbesondere auch der Speckgürtel um den Bauch, haben schwerwiegende gesundheitliche Folgen.

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DER KONSUM VON NAHRUNGSMITTEL DIE VON TIEREN STAMMEN, WELCHE MIT LEINSAMEN GEFÜTTERT WURDEN UNTERSTÜTZT BEI ÜBERGEWICHTIGEN MENSCHEN DEN BLUTSPIEGEL VON OMEGA-3 FETTSÄUREN


Basierend auf epidemiologischen Daten stellten wir uns die Frage nach dem Zusammenhang von Änderungen der Zusammensetzung mehrfach ungesättigter Fettsäuren in der Ernährung und der Zunahme von Fettleibigkeit. In dieser Doppelblindstudie untersuchten wir den Effekt an 160 freiwilligen übergewichtigen Studienteilnehmer (BMI mind. 30). Die Versuchsgruppe bekam eine Diät mit einem höheren Anteil tierischer Fette, einem tiefen Verhältnis von mehrfachungesättigten Fettsäuren / gesättigten Fettsäuren (PUFA zu SFA) [BF1] aber auch einem tiefen Verhältnis von Omega 6 / Omega 3. Sie enthielt Nahrungsmittel von Tieren welche mit Leinsamen gefüttert wurden. Die Kontrollgruppe erhielt hingegen eine Nahrung mit einem geringeren Anteil tierischer Fette, einem höheren Verhältnis von mehrfach ungesättigten Fettsäuren / gesättigten Fettsäuren und einem höheren Verhältnis Omega 6 / Omega 3. In beiden Diäten wurden Fische und Meeresfrüchte ausgeschlossen.

Zwischen den beiden Gruppen konnten signifikante Unterschiede der Omega-3 Gehalte im Blut festgestellt werden. Die Unterschiede waren in den drei untersuchten Omega-3 Fettsäuren EPA, DHA und ALA sichtbar. Diese Resultate zeigen auf, dass die EPA und DHA Blutspiegel auch mit einer Ernährung ohne Fisch hoch gehalten werden können, wenn man Produkte von Tieren einsetzt, die mit Leinsamen gefüttert wurden.

Interessanterweise haben wir 150 Tage nach Versuchsende bei der Kontrollgruppe eine signifikante Gewichtszunahme festgestellt, während bei der Testgruppe keine signifikante Zunahme beobachtet wurde. Dasselbe gilt für den BMI und den Hüftumfang.

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Gesättigte Fettsäuren sind ungesund, ungesättigte Fettsäuren  hingegen sind gesund – oder etwa nicht? Es kommt auf die richtige  Mischung an. 
Eine konsequente Ernährungsumstellung senkt das Risiko für  Herz-Kreislauf- Erkrankungen ähnlich deutlich wie Statine.
 von Gerlinde Felix4.8.2017
 NZZ am Sonntag



 

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Weltweit nimmt Diabetes mellitus Typ 2 explosionsartig zu, vor allem bei jungen Menschen. In der Folge leiden immer mehr Menschen an mikro- und makrovaskulären Erkrankungen. Zweifellos sind das die direkten Folgen unseres heutigen Lebensstils.

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Durch unseren radikal gewandelten Fettkonsum in den vergangenen 100 Jahren essen wir uns förmlich in eine kollektive Depression. Für das Gehirn entscheidend sei vor allem das Mengenverhältnis von «Omega-3-Fettsäuren» zu «Omega-6-Fettsäuren» - und das habe sich drastisch zu Gunsten der Omega-6-Fettsäuren verändert.


…Jeder zehnte Mensch erlebt mindestens einmal im Leben eine depressive Episode. Allein in den USA hat sich das Depressionsrisiko in den letzten Jahrzehnten gegenüber den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts verdoppelt. Tendenz: steigend. Die wirklichen Ursachen sind noch immer nebulös. Eine gewisse genetische Veranlagung und mehr noch psychosoziale Faktoren wie Stress spielen eine Rolle.

Für Joseph Hibbeln sind die veränderten Ernährungsgewohnheiten ein wesentlicher Punkt. Seit vielen Jahrzehnten verarbeitet die Industrie fast nur noch Fette mit Omega-6-Fettsäuren. Diese sind beispielsweise in dem am meisten verwendeten Nahrungsgrundstoff Soja enthalten. Jeder Amerikaner, rechnet der Mediziner vor, konsumiert mit elf Kilogramm Sojaöl jährlich 1000-mal mehr als zu Anfang des 20. Jahrhunderts. In der Tierfütterung setzt sich der Trend fort. Deshalb sind heute in den Fleischfetten ebenfalls kaum noch Omega-3-Fettsäuren enthalten.

…Dass dieser Mangel womöglich mit der Entstehung von Depressionen zu tun haben könnte, legt Hibbelns jüngste Bevölkerungsstudie nahe. In 23 Ländern analysierte er zunächst alle seriösen Untersuchungen über die Häufigkeit von Depressionen nach Schwangerschaften. Ergebnis: In Ländern mit hohem Fischkonsum kommt diese Form der Depression 50-mal weniger vor als in Ländern mit niedrigem Fischkonsum.

Britische Psychiater behandelten eine Hälfte von 230 Gefangenen mit Omega-3-Fettsäuren und einem Vitamincocktail, die andere nicht. «Die Verbesserung im Verhalten war enorm», sagte Projektleiter Bernard Gesch von der Universität Oxford. Über einen Zeitraum von neun Monaten nach der Einnahme sank die Zahl der Strafverstösse bei den Pil1enschluckern um 25 Prozent. Bei gewaltsamen Delikten zeigte sich im Vergleich zu vorher sogar ein Rückgang von 40 Prozent («British Journal of Psychiatry», Bd.181, S.22).